
Ein barrierefreier Umzug für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, Rollstuhl, Sehbehinderung oder kognitiven Beeinträchtigungen erfordert besondere Vorbereitung. Hier finden Sie eine praxisnahe Anleitung für eine reibungslose, würdevolle Umzugs-Erfahrung.
Vor dem Umzug: Bedarfsanalyse
Klären Sie individuelle Anforderungen:
- Welche Hilfsmittel müssen mit (Rollator, Rollstuhl, Pflegebett)?
- Welche Anpassungen am neuen Ort (Rampen, Türverbreiterung, Bad-Umbau)?
- Wer begleitet emotional am Umzugstag?
- Welche Ruhepausen sind nötig?
Neue Wohnung — Voraussetzungen prüfen
- Rollstuhl-Zugang: Türbreite mindestens 90 cm, schwellenlose Eingänge.
- Lift: Pflicht ab 1. OG. Lift-Mindestmasse 110×140 cm für Rollstuhl-Wende.
- Bad: Wenigstens 150×150 cm Wendekreis, Stützgriffe vorhanden oder nachrüstbar.
- Notrufsystem: Vorbereitet (Spitex, Pro Senectute Notruf).
- Bodenbelag: Rutschfest, ohne Stolperfallen.
Hilfsmittel-Transport
Medizinische Hilfsmittel benötigen besondere Behandlung:
- Rollstuhl, Rollator: Vor Transport Bremsen prüfen, Batterien bei Elektro-Rollstuhl separat verpacken.
- Pflegebett: Demontage durch Fachmann (Sanitätshaus), Wiederaufbau am Ziel.
- Treppenlift / Hebelifter: Spezialspediteur.
- Sauerstoffgeräte: Aufrecht, kühl, getrennt von anderen Geräten.
Am Umzugstag
- Rückzugsraum: Ein ruhiger Raum für Pausen (mit Stuhl, Wasser, Notruf).
- Begleitperson: Vertrauensperson durchgehend dabei.
- Crew vorbereitet: Umzugsfirma vorab über besondere Bedürfnisse informieren.
- Tempo anpassen: Längerer Zeitrahmen einplanen (oft 8-10 statt 4-6 Stunden).
- Medikamente griffbereit: Nicht im Karton verpacken — separat in Handtasche.
Finanzierung und Übernahme
Verschiedene Stellen können Umzugskosten ganz oder teilweise tragen:
- IV: Bei medizinisch notwendigem Umzug oft Kostenübernahme.
- Ergänzungsleistungen: Bei AHV/IV-Berechtigung als ausserordentliche Auslage.
- Pro Infirmis: Beratung und teilweise finanzielle Hilfe.
- Procap: Beratung speziell für Menschen mit körperlichen Behinderungen.
- Stiftung Cerebral / SAH: Härtefall-Fonds für besondere Lebenssituationen.
Anpassungen in der neuen Wohnung
Vor Einzug erledigen:
- Türverbreiterung (bei Mietwohnung mit Vermieter klären, oft erlaubt).
- Schwellenlose Übergänge.
- Stützgriffe im Bad.
- Erhöhte WC-Sitze (Hilfsmittel-Beratung).
- Beleuchtungs-Anpassung (Sehbehinderte: stärker, gleichmässig).
- Anti-Rutsch-Beläge in Bad und Küche.
Umzugsfirmen mit Spezialisierung
In der Schweiz haben einige Anbieter spezielle Pakete:
- Senioren-/Barrierefrei-Umzug mit geschulter Crew.
- Vollservice inklusive Aufbau Hilfsmittel.
- Begleitung durch Sozialdienst.
Bei umzugsfirma-buchen.ch geben Sie bei Buchung an, dass barrierefrei nötig ist — wir vermitteln passende, geschulte Partnerfirmen.
Behördliche und medizinische Adressänderung
- IV-Stelle informieren.
- Hausarzt, Spezialisten, Therapeut:in neue Adresse.
- Apotheke (Rezept-Hinterlegung).
- Spitex am neuen Wohnort anmelden.
- Notrufsystem-Anbieter: Neue Adresse, neue Tasten falls nötig.
Wichtige Beratungsstellen: Pro Infirmis (058 775 20 00), Procap (062 206 88 88), Pro Senectute (058 591 15 15). Stand 2026.
Über umzugsfirma-buchen.ch
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